Anlage zu Stammbaum Nr. 5

 

C.P. Wieman’s Lebenserinnerungen

 

Aus meinem Leben !

 

Bei mir ist es Abend geworden, spät Abend!

Mein Sohn Bernard sagte, ich möchte etwas für den Familienfond aus meinem Leben aufzeichnen. Ich will es versuchen und sehen wie weit ich komme.

 

Am 20. November 1827 wurde ich zu Osnabrück Süsterstraße 3, als drittes Kind meinen Eltern geboren. Einige Jahre nachher kam noch ein Schwesterchen. Alle drei Geschwister sind vor mir gestorben.

Mein Vater (Franz Arnold geb. 3.10.1799) war ein ernster Mann mit tiefem Gemüt und scharfen Augen.

Meine Mutter (Franziska geb. Nicolay verw. Zumdresch aus Warendorf) war sehr sorgsam und gab sich viel Mühe, dass wir was erlernten. Sonst war sie lebensfroh, nicht so ernst wie mein Vater.

 

Nachdem ich das

ABC, etwas Lesen und vielleicht das Einmaleins gelernt hatte, kam ich aufs Gymnasium Carolinum in die Septima.

Hier war ich verschiedene Jahre, habe es aber nur bis zur Reife der Quarta gebracht. Während dieser Zeit hatte ich das Pech, mal arretiert zu werden. Unsere Schule war um 12 Uhr zu Ende und auf dem Heimweg trafen wir gewöhnlich die zur Ablösung der Wache bestimmten Soldaten, die von einem Leutnant kommandiert wurden, und die wir natürlich dann begleiteten. Da war ein Leutnant dabei, ein ganz kleiner, der eine einem Cirkonflex ähnliche Nabe hatte. Ich zog eines Tages neben ihm her und sagte ohne dabei viel zu denken: „ Cirkonflex kann kaum einen Degen tragen.“ Da hatte er mich beim Kragen und ein Unteroffizier brachte mich in die Wache. Nachdem die Ablösung vorgenommen und ein Protokoll aufgenommen war, wurde ich von einem Unteroffizier und zwei Soldaten der Bürgerpolizei zugeführt. Der wachhabende Polizist Landmeyer, der am Stüvedenkmal verewigt ist, sagte als er mich sah, ganz gemütlich: „Junge, Junge, wat heste maket? Nun gang ma na Hus ,ich will’s dem Aulen woll segen, aber gang min ich bei de Wache vorbi“ Mit dem Alten war mein Großvater, der Polziedirektor (Franz Mathias/Wieman/geb. 20.9.1774) , gemeint und ich dachte, was es wohl geben würde. Richtig! Am Nachmittag erschien mein Großvater und ich bekam tüchtige Rüffel und dankte Gott zu, dass es so gut abgelaufen war.

 

 

 

 

Mein Bruder Franz (Otto Franz Mathias geb.15.9.1925) , ca. 2 Jahre älter als ich, war bei meinem Vater, der die Gerberei betrieb, in die Lehre getreten. Da er ausgelernt hatte, ging er, wie es damals Gebrauch war, als Handwerkbursche in die Fremde. Nun kam auch die Zeit für mich heran, in die Lehre zu treten. Da meinte mein Vater, Kaufmann könnte ich noch genug werden, zuerst sollte ich das Handwerk erlernen und trat am dritten Ostertag des Jahres 44 oder 45 meine Lehre an.

 

Die schönen Zeiten, wo wir die Ferien bei unseren Großeltern in Warendorf verbrachten waren vorbei; wo wir mit unserem Großvater auf die Jagd gehen durften, das Holster (Jagdtasche) tragen und wie die Hunde das Wild suchen und das erlegte tragen durften. Ich erinnere mich noch, als wir herangewachsen waren und ich eine so genannte Vogelflinte mitbekam, es war in den ersten Tagen nach Eröffnung der Jagd, flog in einem noch nicht geschnittenen Haferfeld ein Volk Hühner vor mir auf. Ich schoß danach. Ein Huhn fiel am Ende des Haferstückes ein. Wie ich das sah,

warf ich meine Flinte weg und lief mitten durch den Hafer, um die Beute zu holen. Als ich zurück kam stand der Bauer dort und machte Miene zu schimpfen, wie er aber mein glückstrahlendes Gesicht sah, schüttelte er mit dem Kopf und sagte: „Natur geht öwer lehre“ und schimpfte nicht.

 

Zu einer Tante in Bremen, einer Schwester meines Vaters (dies muss Antoinette geb. 1783 verheiratet in Bremen mit Schröder gewesen sein), waren ein Vetter Bader (Sohn der Schwester des Vaters Lisette geb. 1800 Lisette Christine Bernhardine /Wieman/verh. mit Carl Bader), mein Bruder und ich eingeladen die Ferien dort zuzubringen. Nun wurde der Reiseplan festgestellt. Wir machten uns auf den Weg. Den ersten Tag nach Diepholz, wo wir Nachtquartier machten. Beim Abendessen hatten wir uns eine Flasche Wein bestellt; nachdem wir diese geleert hatten, faßten wir den kühnen Entschluß, statt in Barnstorf Nachtquartier zu machen, den anderen Tag direkt bis Bremen durchzugehen. Diese großen Ersparnisse nutzten wir, um noch eine Flasche Wein zu trinken. Der Entschluß war schnell gefaßt, doch die Ausführung brachte manche Schwierigkeiten. Am anderen Morgen gingen wir zeitig unserem Ziel entgegen. Wir kamen bis Barnstorf, doch hier versagten uns die Kräfte, sodaß wir dort doch noch unser Nachtquartier hätten aufschlagen müssen, wenn wir nicht zufällig einen Wagen der leer nach Bremen zurückfuhr, angetroffen hätten, der uns für ein Trinkgeld mitnahm. Es war spät geworden und damals war Torsperre in Bremen, und auch hiermit hatten wir einige Schwierigkeiten zu überwinden, kamen dann aber glücklich bei der Tante an.

 

Ein anderes Mal, als wir uns zur Ferienreise rüsteten, waren wir zuvor von einer Verwandten eingeladen, sie in Münster mal zu besuchen. Mein Bruder Franz mein Vetter Bader und ich beschlossen, den Besuch in Münster auszuführen und begaben uns eines Morgens um 4 Uhr, mit Frühstück gut ausgerüstet auf den Weg. Aber der Weg nach Münster ist lang, wenn man gehen muss. Nachmittags gegen 4 Uhr kamen wir aber doch glücklich dort an. Das Frühstück war natürlich längst verzehrt und wir hatten einen großen Hunger.

Nachdem wir das Haus der Verwandten gefunden hatten wurden wir sehr freundlich empfangen, in die „Beste Stube“ geführt und gebeten, Platz zu nehmen, aber eine Einladung dort zu bleiben, bekamen wir nicht; nur wurde das Bedauern ausgesprochen, dass wir nicht zu Mittag gekommen wären. Also,…….. zu Mittag zu spät , zum Kaffee zu früh……damit waren wir ja hinauskomplimentiert. Wir machten eben keine vergnügten Gesichter, als wir auf der Straße standen, mit leeren Tornister und leeren Magen. Mein Bruder als ältester, der die Kasse hatte, machte nun den Vorschlag, zu Tüshaus zu gehen und Kaffee zu trinken. Da aber unsere Mittel nicht sehr groß waren, beschlossen wir, nur 2 Portionen mit Brot und Butter zu bestellen. Das war Kaffee und vier Brötchen, Schwarzbrot bestellten wir extra. Jeder hätte gern das ganze allein gegessen. Aber es waren nur 4 Brötchen, und als jeder eins genommen , überlegten wir was mit dem letzten zu machen sei, und fanden, es sähe so hungrig aus, wenn alles leer wäre. So ließen wir es schweren Herzens liegen. Jetzt mussten wir also nach Warendorf gehen. Nach dieser kräftigen Stärkung traten wir unseren Weg nach Warendorf an. Anfangs ging es noch ziemlich flott, 2 Stunden bis Telgte. Dann hatten wir noch 3 Stunden bis Warendorf. Nach den Leistungen des Tages, den großen Enttäuschungen in Münster, wo wir doch unser Nachtquartier aufzuschlagen gehofft hatten, wurden wir aber schlapp. Vetter Bader und ich blieben immer mehr zurück. Und endlich sagte mein Bruder: „Ich gehe schon voraus“. Als wir noch 1 ½ Stunden von Warendorf entfernt waren, wurden wir so müde und hungrig, dass wir uns entschlossen, uns etwas in den Graben zu legen und auszuruhen. Wir fragten einander: „ hast Du Geld?“ Nein, das hatte ja Franz. Aber glücklicherweise fand einer noch eine Silbergroschen. Wir wollten dafür Brot kaufen, genierten uns aber einzugestehen,, dass das für uns sein sollte. Einer stand nun auf der Chaussee und rief immer: „Karro komm, Karro komm!“ Der andere lief ins Haus und rief, schnell für einen Silbergroschen Brot!“ ,Damit legten wir uns ein Stück weiter in den Graben und verzehrten mit großem Behagen das trockene Brot. Nachdem wir uns so gestärkt, machten wir uns wieder auf den Weg. Kurz vor Warendorf kam mein Bruder, von den Großeltern umgeschickt, um nach uns zu sehen. Er und wir waren glücklich dem Ziel so nahe zu sein. Es war aber inzwischen ungefähr 11 Uhr geworden, und mit größtem Appetit verzehrten wir noch das uns vorgesetzte Abendbrot.

 

Das war ein sorgloses Leben, aber jetzt kam schon die ernstere Lehrzeit.

 

Von morgens 5 bis abends 7 wurde gearbeitet. Um 6 Uhr morgens gab es so genannten trockenen Kaffee, der stehend eingenommen wurde. Dazu wurde der Brotkorb mit abgebrockelten Krumen auf den Tisch gestellt. Um ½ 9 war das so genannte Frühstück, bestehend aus zwei großen mit Butter bestrichenen Schwarzbrotschnitten, davon war eine halbe Schwarzbrotschnitte durch einen Kurrel Prähmbrot ersetzt. Dazu gab’s Hausmacher Braunbier (von Heini Westerkamp gebraut). Zwischen 12 und 1 wurde zu Mittag gegessen, was höchstens eine halbe Stunde in Anspruch nahm. Dann gings gleich wieder an die Arbeit. Von 4 bis ½ 5 war die sogenannte Vesper, wozu es wieder eine Kurrel Prähmbrot gab und Bier dazu. Um 7 Uhr war Feierabend und Abendbrot, bestehend in dreimal Gabeln und dreimal Löffeln. D.h. dreimal gab’s Kartoffeln mit Specksauce und kaltem Fleisch, Eiern oder dergl. und dreimal Milchsuppen. Sonntagabends gab’s Butterbrot mit Lappkäse, der damals sehr gut schmeckte, und Bier dazu.

 

 

 

Mit der Lehrzeit fing für mich ein ganz anderes Leben an.

 

Da ich das Bedürfnis hatte, noch etwas dazu zu lernen, nahm ich einige Male in der Woche abends von 8-10 Privatstunden. Dieses Programm wurde sehr streng eingehalten, ob Winter oder Sommer. Ich erinnere noch, als ich mal um 5 Uhr morgens von einem Ball nach Hause kam, kleidete ich m ich um, und ging an die Arbeit. Mein Vater, der gewöhnlich zu dieser Zeit schon nachsah, ob alles in Ordnung ging, sagte mir: “Das hätte ich Dir auch nicht raten wollen, dass Du zu Bett gegangen wärst“. Dabei war die Beleuchtung schrecklich. Jeder Arbeiter hatte eine Stechlampe und Tran. Die Dinger qualmten aber so stark, dass man immer schwarz spuckte und schnupfte. Die erste Arbeit war immer, die Häute aus den Farben aufzuschlagen. Im Winter musste man dann erst die gefrorene Brühe, die darauf stand, zerschlagen, um diese Arbeit verrichten zu können, was eben nicht zu den Annehmlichkeiten gehörte.

 

Wie haben sich die Zeiten geändert. Sollten sich unter solchen Bedingungen wohl noch Arbeiter finden? Es würde polizeilich wohl nicht mehr gestattet werden. Der Gesundheitszustand unter den Arbeitern war damals gewiss nicht schlechter als jetzt, dabei war das 25= ja 50jährige Jubiläum keine Seltenheit.

 

Bevor nun die Lehre zu Ende ging, musste ich ein so genanntes Gesellenstück machen. Dieses bestand darin, dass ich in dem Hause des regierenden Gildemeisters, unter dessen Aufsicht, verschiedene in der Gerberei vorkommende Arbeiten machen musste. Diese wurden von den so genannten Schaumeistern und den beiden Gildemeistern geprüft und gut befunden; worauf ich durch Bescheinigung der Gilde als Geselle entlassen wurde.

 

In meine Lehrzeit fiel auch das Jahr 1848. Damals in voller Jugend, war es ja natürlich, dass man von den Freiheitsideen ganz begeistert wurde. Es war eine hochinteressante Zeit. Täglich waren Versammlungen bei Dreinhöfer, wo die neuesten Nachrichten verlesen wurden.

 

Einmal war sogar eine große Revolution hier. Es waren einige freisinnige Unteroffiziere verhaftet und das Volk wollte sie befreien aus der Hauptwache am hiesigen Neumarkt. Eine Abteilung Husaren sprengte heran. Die Kriegsartikel wurden verlesen, aber eine Attacke wurde nicht ausgeführt, die Bürger zogen sich friedlich zurück. Interessante Intermezzos kamen vor.: z. B. vor dem Hegertor wurde exerziert. In Reih und Glied stand auch der Postdirektor Klingsöhr, ein sehr beleibter Herr. „Richt Euch, Brust voraus , Leib eingezogen.“ Und die Jungen schrien und zeigten auf den dicken Herrn: „Kick, he kannt nich.“ Eines Tages war die Wache vor dem Johannistore aufgezogen. Unter den Soldaten war auch Windhorst, damals hier Advokat nachheriger Minister, welcher wenig mit militärischem gebrauch bekannt war. Er soll sein Gewehr, den Kolben nach oben , getragen haben und da es regnete , war er im Mantel und Regenschirm erschienen, und in diesem Aufzuge wanderte er auf Posten.

 

In der Zeit entstand Brand in der Kaserne, wohin denn auch die Bürgerwehr zog. Damals musste jeder, der beim Brande erschien, das Wasser in Reih und Glied im Eimer weitergeben. Auch der Chef der Bürgerwehr, Herr Amtsgerichtsrat Graff war erschienen, und eine kleine zarte Dame Frl. Vezin, sollte auch in Reih und Glied zur Arbeit antreten. Sie weigerte sich und da gerade der Chef der Bürgerwehr auch herankam und sie mit der Familie G. sehr befreundet war, sagte sie: „Ach lieber Herr Graff, ich soll in Reih und Glied.“ „Ach was, wer hier ist, muss auch in Reih und Glied“ war die Antwort und so musste sie mitarbeiten.

 

 

 

___________________________________________________________________________________________________

 

 

 

 

 

Carl Philipp oo Anna Thüssing

09.05.1857

 

geb. 20.11.1827 geb. 17. 01.1838

gest.: 21.01.1908 gest. 23.11.1902

 

 

 

C.P. Wiemans Vater war der Lohgerber Franz Arnold Wieman (geb. 1799), der auf der Süsterstraße sein Handwerk betrieb. Hier lernte C.P., bevor er seine Absicht, Kaufmann zu werden, ausführen durfte, das gleiche Handwerk. Das hinderte ihn jedoch nicht daran, schon als Lehrling auf eigene Rechnung einen kleinen Lederhandel anzufangen, der ihm am Ende der drei Jahre 400 Taler einbrachte. Dass er diesem Geschäft nur nach der täglichen langen Arbeitszeit insbesondere auch sonntags, nachgehen durfte, war selbstverständlich. Ja er erinnerte sich sogar, dass er sich nach tanzfreudiger Nacht morgens um 5.00 Uhr umkleidete und sofort an die Arbeit ging; denn er wußte, dass der strenge Vater zu so früher Stunde selbst nach dem Rechten sah. Was er beim Anblick seines Sohnes zu sagen hatte, war nur: „Das hätte ich dir auch nicht raten wollen, dass du zu Bett gegangen wärst!“

Gründer der C.-P- Wieman Stiftung (Hier wurden nur männliche Nachkommen berücksichtigt.)

Carl und Anna hatten folgende Kinder:

 

1) Joseph Franz Ernst oo Maria Hartmann1 Kind: Henriette Maria Carola

(Kaufmann)

geb. 06.03.1858 geb. 1876

gest. 1923

 

2)RudolfPauloo?(sie war Frauenrechtlerin)3 Kinder: Anneliese, Ernst und Ruth

(Kaufmann)

geb. 27.06.1859

 

3)Anna Maria Franziska

geb. 26.11.1861

 

4)Agnes ooMartin Grothaus2(3?) Kinder: Ernst, Walter

geb.24.10. 1864

gest. 17.06.1918

 

5)Carl AntonPhilipp ooElise Altmann1 Kind: Mathias Wieman

(Rechtsanwalt)oo

geb. 02.08.1866Friederike Anna Hedwig

Ebersdobler (Künstlername

Erika Meingast)

 

Der einzige noch lebende männliche Nachkomme der Familie (Nachkommen von C.P. Wieman) ist der in der Schweiz lebende Schauspieler Mathias Wieman . Sein Vater Carl war einer der vier Söhne von C.P. Wieman. Als der damalige Oberbürgermeister Drescher im Februar 1958 Mathias Wieman die Möser-Medaille überreichte, wollte man mit dieser Auszeichnung neben der künstlerischen Leistung gleichzeitig die Verdienste seiner Ahnen um das Wohl der Stadt würdigen.

 

 

 

6)Bernard Johannes Florenz oo Ingeborg Schönijahn 1 Kind : Agnes geb 1931

Dr. jur.

geb. 31.01.1872 Wieman-Charpentier

gest. 10.02.1940

 

 

Innerhalb der Reihe „Schöpferische Niederdeutsche“ ist eine Lebensbeschreibung erschienen, die einen tiefen Einblick in den Menschen Bernhard Wieman gewährt und alle Freuden und Leiden eines Mannes der Jurist, Dichter und Musiker war, aufzeigt. Wiemans Bücher gehören heut zu den Raritäten im Antiquariat.

Nach dem Abitur auf dem Carolinum begann er sein juristisches Studium in Lausanne und ging über Leipzig, Edinburgh und Berlin nach Göttingen. In Celle legte er sein erstes juristisches Staatsexamen ab. Seine Doktorwürde errang er mit einer Dissertation über das Thema „Töten auf Verlangen“. Die Wahl gerade dieses rechtlichen Problems beweist seine unerhört menschliche Beziehung zum Beruf des Richters.

Wer dieser Mensch war, erkennt man am deutlichsten aus der Rede des jungen Studenten an seine Wirtin in der Novelle „Gerechtigkeit“. „Ich bin noch Idealist. Wissen Sie was das ist? Ein Monstrum eigentlich, ein Überbleibsel aus vergangener Zeit. Wenn die anderen sagen: der Mensch ist schlecht, dann sagt er :der Mensch ist gut. Wenn die anderen dem Geld nachjagen, dann läßt er , träumend von schönen Dingen, seine letzte Habe sich wegnehmen. Er glaubt, die Welt ist lauter Liebe.“ Diese schönen Dinge waren neben der Dichtung für ihn die Musik. Zu seinen engsten Quartettfreunden gehörten die Maler Franz Hecker, Geheimrat Dr. Schneider und Rudolf Gosling. Die Gründung des Schloßvereins 1927 ist sein eigenes Werk. Durch seine Frau Ingeborg und seine Tochter Agnes ist der Name der Familie Wieman mit dem Osnabrücker Musikleben bis heute aufs engste verknüpft.

 

Quelle: Zeitungsausschnitt „ Unsere Straßen tragen ihren Namen“ von Ilsetraut Lindemann)

Wiemansweg liegt im Stadtteil Schölerberg. Er verbindet den Höltyweg mit dem Droste-Hülshoff-Weg.

 

 

 

 

 

 

Familienstammbaum Wieman 5 / III

 

________________________________________________________________________________________________________________